Folge einem Gefühl……

Folge einem Gefühl……

Was ist Horsemanship?

Horsemanship bedeutet wörtlich übersetzt: Pferde-Menschen-Kunst. Es ist eigentlich die Übersetzung für den fairen Umgang zwischen Mensch und Pferd und beschreibt eine innere Haltung dem Pferd gegenüber. Nämlich der pferdefreundliche, respektvolle und kenntnisreiche Umgang mit dem Pferd. Es geht um gegenseitiges Vertrauen und Respekt.

Was bedeutet für uns Horsemanship?

Der Umgang mit den Pferden, wie es Pat & Linda Parelli tun, war für uns auch „unser“ Weg. Damit können wir uns identifizieren, denn wir Menschen müssen an uns „arbeiten“ und die Sprache des Pferdes lernen und nicht umgekehrt. Denn wer seinen Partner versteht, ihn lesen und einschätzen kann, der ist ein wahrer Horseman. Ein Pferdemensch. Es geht darum den Partner Pferd zu respektieren und seine Bedürfnisse wahrzunehmen, um im Gegenzug das Vertrauen und den Respekt des Pferdes zu bekommen. Für uns bedeutet es auch, dass wir Menschen an uns arbeiten müssen, um uns klar auszudrücken und uns auseinander setzen müssen mit „Was habe ich falsch kommuniziert?“, „Wo war mein Fehler?“, „Was muss ich ändern an mir…..“, „Wie ist meine Körpersprache?“. Was wir nun weiter beschreiben, ist das „geistige Eigentum“ von Pat & Linda Parelli. Pat Parelli hat im Laufe der ganzen Jahre viele Merksätze und Formeln aufgeschrieben, du uns in dem täglichen Zusammensein helfen. Einer dieser Sätze ist:

  • Rapport ~ das bedeutet, die Aufmerksamkeit des Pferdes zu bekommen
  • Resepkt ~ der gegenseitige Respekt hilft uns, zur Durchlässigkeit bei der Hilfengebung zu kommen
  • Impulsion ~ damit ist ein Vorwärts und Rückwärts in der Balance gemeint
  • Flexion ~ hier ist die Biegung und Flexibilität der Körpers gemeint

Zitat: Nur weil wir ein Pferd Bewegen können, heißt es noch nicht, dass wir seinen Respekt und sein Herz gewonnen haben.

Im Horsemanship geht man davon aus, dass Pferde über Rangordnung miteinander in Verbindung stehen und kommunizieren. Beobachte also mal eine zeitlang eine Herde und achte auf die Kommunikation unter den Pferden. Wenn also der Mensch mit dem Pferd unterwegs ist, sollte er die Rolle des ranghöheren Mitglieds in der Herde zwischen Pferd und Mensch einnehmen. Geklärt wird der Rang durch die Grundregel des “Wer bewegt Wen” – in der Pferdeherde bewegen sich Pferde gegenseitig. Es gibt diese 8 Verantwortungen, die beide sich in der Partnerschaft teilen.

  • der Mensch hat 4 Verantwortungen für sich, auf die er stets zu achten hat: benutze die natürliche Kraft des Fokus, denke wie ein Pferd bevor du denkst wie ein Mensch (werde mental, emotional und physisch fit), habe einen unabhängigen Sitz und handele nicht wie ein Raubtier.
  • das Pferd hat auch seine 4 Verantwortungen für sich, auf das es achten sollte: schau wohin du gehst, ändere nicht die Richtung, ändere nicht die Gangart und handele nicht wie ein Fluchttier (werde mental, emotional und physisch fit)

Als ranghöher gilt, wer den anderen wegbewegen kann. Der Mensch soll über „kommunikative“ Verstärkung dem Pferd es unangenehm machen, was unerwünscht ist und durch Lob dem Pferd es angenehm machen, was erwünscht ist. Das größte Lob aus Sicht des Horsemanship ist die Pause, danach kommen Stimm- oder Streichellob.

  1. Wichtig ist dabei immer, dass Druck sofort nachlässt und Lob folgt, sobald das Pferd
  2. einen Schritt in die richtige Richtung gemacht hat.
  3. Es geht um Führungskompetenz durch klare Signale und konsequente aber faire und gerechte Hilfen – am Boden und auch beim Reiten.
  4. So soll das Pferd lernen sich am Boden und im Sattel in die „Mensch-Pferd-Herde“ einzugliedern und dem Menschen vertrauensvoll zu folgen. Es ist DEIN Partner.

Warum sollte der Mensch als „Leittier“ voran gehen? Pferde verlassen sich immer auf das Leittier, folgen und vertrauen ihm. Diese Sicherheit gibt dem Reiter*in am Boden oder auf dem Rücken den Halt. Viele Reiter*innen lehnen Leckerli ab mit der Begründung: Pferde würden sich auch nicht gegenseitig füttern. Wir halten das ehrlich gesagt für Quatsch, denn Futter ist ein großer Motivator und Pferde verstehen durchaus, wie das Futterlob gemeint ist, wenn es mit dem richtigen Timing gegeben wird. Ein Wechsel zwischen einem Leckerli und verbalen – nonverbalen Lob mit streicheln (ob mit Equipment oder ohne) ist sinnvoll.

Vorschlag – Frage – Sagen – Versprechen ~ diese 4 Stufen sind unsere Basis in der Kommunikation.

Diese 7 Spiele sind wie das A – bis Z in der menschlichen Sprache. Sie geben gerade auch uns Menschen diese Sicherheit, unsere Kommunikation mit unserem Partner Pferd zu überprüfen. Die 7 Spiele gibt es in 4 Lernbereichen:

  • Online (das ist Bodenarbeit mit dem Seil)
  • Liberty (das ist Bodenarbeit ohne Seil)
  • Freestyle (Reiten ohne Zügelkontakt oder ohne Kopfstück)
  • Finesse (Reiten mit Zügelkontakt)

Die ersten 3 Spiele sind unsere Basisspiele in der Interaktion mit unserem Pferd. Die Spiele 4, 5, 6 und 7 sind unsere Zweckspiele. Es sind auch 4 Ebenen, die wir auch in unserer Partnerschaft benötigen:

  • Teaching (Lehren)
  • Controlling (Kontrolle)
  • Re – inforcement (Verstärkung)
  • Reinfinement (Verfeinerung)

Spiel Nr. 1: Friendly Game (Freundlichkeitsspiel)

In diesem Spiel machst du dein Pferd mit der Umgebung, mit dir und deinen Hilfsmitteln der Kommunikation vertraut und möchtest ihm beweisen, dass es nichts zu befürchten hat, es dir vertrauen kann. Es geht um Vertrauen, Sicherheit, Entspannung, um Annäherung und Rückzug.

Spiel Nr. 2: Porcupine Game (Stachelschweinspiel) ~ Dominanzspiel

In diesem Spiel lehrst du deinem Pferd vor physischem Druck (stetiger Druck – Haare, Haut, Muskel, Knochen ~ 4 Stufen der Kommunikation) zu weichen. Und zwar in alle möglichen Richtungen: Zurück und vorwärts, nach links und nach rechts, nach oben und nach unten.  Aus einer kurzen Entfernung lernt es, einem Gefühl zu folgen und es entsteht: Wer bewegt wen.

Spiel Nr. 3: Driving Game (Bewegungsspiel) ~ Dominanzspiel

In diesem Spiel lehrst du deinem Pferd, vor rhythmischem Druck zu weichen. Mit der Vor- und Hinterhand, rückwärts und vorwärts, nach oben und nach unten. Aus einer kurzen bis mittleren Entfernung spielt man dieses Spiel ( bspw. Wasserspritzmethode) und es lernt einem Vorschlag folgen. Auch hier gilt: Wer bewegt wen….

Spiel Nr. 4: Yo-Yo Game (Yo-Yo Spiel)

Dieses Spiel lehrt deinem Pferd auf geraden Linien rück- und vorwärts zu gehen, ohne dass du deine Füsse dafür bewegen musst. Das bedeutet auch unter anderem Übergänge, Engagement, Piaffe und Passagen.

Spiel Nr. 5: Circling Game (Kreiselspiel)

Dieses Spiel kommt dem herkömmlichen Longieren am nächsten. Der grosse Unterschied besteht jedoch darin, dass das Pferd selbstständig auf dem Kreis geht, ohne die Gangart oder Richtung zu wechseln und ohne, dass du es ständig antreiben musst. Das heißt auch: nach links, nach rechts, vorwärts, rückwärts, schnell und langsam, auch spiralförmig oder einer 8 laufend. Hier kann man auch viele Ideen in der Bewegung als Spiel einsetzen.

Spiel Nr. 6: Sideways Game (Seitwärtsspiel)

In diesem Spiel lehrst du deinem Pferd selbstständig seitwärts zu gehen. Zuerst einem Zaun entlang, später ohne Begrenzung und auch in höheren Gangarten. Dies geschieht auch wieder nach links und rechts, von einem weg bewegend, auf dich zu kommend und brauchst es, um später einen Galoppwechsel anzuvisieren.

Spiel Nr. 7: Squeeze Game (Engpassspiel)

In diesem Spiel lehrst du deinem Pferd selbstständig, ruhig und vertrauensvoll durch einen Engpass zu gehen. Ein Engpass kann z.B. der Platz zwischen dir und dem Zaun sein. Aber auch der Hänger, der Waschplatz, die Boxe oder ein Sprung sind Engpässe. Die möglichen Richtungen sind in diesem Spiel das hoch und runter, das drüber oder drunter. Bildlich gesehen könnte das der Anhänger sein, ein Graben oder Wasser.

Bei Parelli heißen die 7 Schlüssel zum Erfolg:

  • Einstellung
  • Wissen
  • „Werkzeuge“ (Stick, Seil etc.)
  • Techniken
  • Zeit
  • Phantasie
  • Unterstützung (Hilfe holen, wenn man nicht mehr weiter kommt…)

und die 10 Qualitäten eines „Horseman:

  • Herzblut
  • Respekt
  • Impulsion (Balance zwischen vorwärts gehen und anhalten)
  • Flexion (Biegung)
  • Einstellung und Fokus (positiv, natürlich, herausfordernd)
  • Gefühl
  • Timing
  • Balance
  • Savvy (Wissen, Können)
  • Erfahrung

Im Parelli Naturalhorsemanship hat der Begriff Versammlung eine umfassendere Bedeutung und dort besteht die Versammlung aus mehreren Teilen:

~ mentale Versammlung ~ emotionale Versammlung ~ physische Versammlung ~

Silke Vallentin bringt noch die ~ Versammlung der Herzen ~ hinzu, was uns ebenfalls sehr gefällt.

Wichtig: Wenn etwas nicht mehr klappt,gehe einen Schritt zurück und beginne von vorne. Ein Fehler ist es, wenn man in den Anthropomorphismus (d.h. wenn die eigenen ~  menschlichen Gefühle auf das Tier übertragen werden) verfällt. Dies ist für unsere Partnerschaft mehr als hinderlich.

Nehme Dir Zeit, denn Zeit ist wichtig für die Partnerschaft.

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