Kinesiologie ~ Übungen für den lockeren Sitz

„Es ist der Geist, der sich den Körper baut“

Friedrich Schiller (1759 – 1805)

Definition der WHO zur Gesundheit: (Weltgesundheitsorganisation) von 1946

„Die Gesundheit ist der Zustand des umfassenden körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur des Freiseins von Krankheit und Gebrechen.“

Was ist Kinesiologie?

Kinesiologie kann man als Lehre der Bewegung unserer eigenen Körperenergie definiert werden. Sie wurde etwa 1970 in den USA von dem amerikanischen Chiropraktiker Dr. George Goodheart entwickelt und basiert auf dem Jahrtausende alten Wissen der traditionellen chinesischen Medizin (TCM).

Die Kinesiologie befasst sich mit dem Energiefluss im Körper, was nutzbar für den Stressabbau und den Aufbau von Lebensenergie ist. Dabei wird auch mittlerweile das Wissen aus mehreren Bereichen der modernen Psychologie, aus der Hirnforschung und der Quantenphysik sowie Erkenntnisse aus der Bioenergie mit einbezogen. Sie ist mehr als nur der bekannte Muskeltest. Wir nutzen unser erlerntes Wissen, um durch Überkreuzbewegungen die interne Kommunikation des Gehirnes zu verbessern. Das Großhirn besteht aus zwei Gehirnhälften, wovon die linke für das analytische/rationale Denken und die rechte für das kreative/intuitive Handeln zuständig ist. Meist werden die beiden Gehirnhälften gemeinsam beansprucht, wobei zumeist eine dann bevorzugt genutzt wird. Durch diese Übungen wollen wir den energetischen Fluss und die gleichzeitige Aktivität beider Gehirnhälften vor dem Aufstieg auf unseren Partner Pferd „in Schwung“ bringen und den Überschuss an Gedanken reduzieren. Der Einklang vom rationalem Denken und dem intuitiven Handeln hilft uns in dem Verstehen und in der Kommunikation mit unserem Partner Pferd. Es öffnet uns auch die Sinneswahrnehmung für das Umfeld und die energetische Aufnahme von außen. Zudem spielt dann auch die Lockerung der Wirbelsäule eine Rolle, weil es den Sitz auf unserem Pferd wesentlich erleichtert.

Kinesiologische Übungen:

Übungen für Kinder, Jugendliche & Erwachsene am Boden:

Jede Übung wird pro Seite 8x ausgeführt und dabei bewusst ein und ausgeatmet. Die Übungen werden so ausgeführt, wie die Kinder und Jugendlichen es am Besten können. Je öfter die Übungen ausgeführt werden, desto besser werden sie klappen. Wenn die Möglichkeit besteht, einen Balken oder Bock vor Ort zu haben, lasst die Kinder und Jugendlichen vorher darauf klettern, beobachtet diesen Prozess und nach den Übungen lasst sie nochmal darauf klettern, man wird erstaunt sein über die „gewonnene“ Beweglichkeit. Das Abspielen von „Lieblingsmusik“ (sollte schon ruhigere Musik sein) unterstützt das Ausführen der Übungen.

  • mit dem rechten Arm über den Kopf an das linke Ohr greifen und massieren
  • mit dem linken Arm über den Kopf an das rechte Ohr greifen und massieren
  • nun bewegen wir nur den Kopf und gucken jeweils 8x nach rechts und links
  • nun wird mit dem Kopf langsam Kreise gezogen (kreisend nach rechts und links = Achtung, denn es könnte sein, dass den Kindern und Jugendlichen erstmal schwindelig werden könnte. Sollte dies der Fall sein, wird die Übung beendet. Bei Erholung langsam in die andere Richtung)
  • nun werden beide Arme im 90 Grad Winkel seitlich vom Körper gestreckt. Es dreht sich nur der Oberkörper mit den ausgestreckten Armen nach rechts und dann nach links.
  • nun werden beide Arme (einer nach hinten und der andere nach vorne) im gestreckten Zustand kreisend nach vorne bewegt (wie beim Kraulschwimmen)
  •  nun werden beide Arme (einer nach hinten und der andere nach vorne) im gestreckten Zustand kreisend nach hinten bewegt (wie beim Rückenschwimmen)
  • beide Arme werden nach vorne gestreckt und die Hände aufeinander gelegt. Nun werden beide Arme in der Bewegung einer liegenden Acht in der Luft gezeichnet (es kann sein, dass man dabei assistierend zur Seite stehen muss)
  • nun wird der linke Ellenbogen oder die Hand an das rechte Knie geführt und im Wechsel der rechte Ellenbogen / Hand an das linke Knie geführt (es kann sein, dass man auch hierbei assistierend zur Seite stehen muss)
  • als weitere Übung folgt – das „Luftfahrrad“ fahren: Das rechte Knie wird nach vorne angehoben und das Bein führt die Bewegung wie beim Rad fahren aus. Danach folgt das linke Bein (es kann sein, dass man auch hierbei assistierend zur Seite stehen muss)
  • „Luftfahrrad“ fahren rückwärts: Das rechte Knie wird nach vorne angehoben und das Bein führt die Bewegung wie beim Rad fahren aus, nur diesmal nach hinten. Danach folgt das linke Bein (es kann sein, dass man auch hierbei assistierend zur Seite stehen muss)
  • das rechte Knie wird nach oben gezogen und leicht über die Körpermitte nach links bewegt und anschließend das linke Knie

weitere mögliche Übungen für Erwachsene:

  • Kreisen der Arme: Das Armkreisen lässt sich aus Platzgründen ebenfalls am besten im Stehen ausführen. Es kann mit Über-Kreuz-Übungen kombiniert werden, beispielsweise lässt sich abwechselnd ein Bein vom Boden abheben. Wichtig ist, beim Ausführen der Übungen nicht zu verkrampfen. 
  • Schwingen der Arme: Das Schwingen der Arme bringt die Durchblutung des Oberkörpers in Schwung. Die halbkreisförmigen Bewegungen lassen sich seitengleich oder wechselseitig ausführen. Dies sollte am besten im Stehen erfolgen. Das Armschwingen wird sowohl vor dem Körper als auch neben dem Körper ausgeführt. Die Arme können auch einen ganzen Kreis beschreiben, dies trainiert den Körper noch effektiver.
  • Standwaage: Eine Über-Kreuz-Übung ist die so genannte Standwaage. Hierbei wird der Oberkörper aus dem aufrechten Stand nach vorn abgesenkt, bis er einen rechten Winkel zu den Beinen bildet. Der rechte Arm wird seitlich neben den Körper gelegt, der linke Arm über den Kopf geführt.Gleichzeitig streckt man das rechte Bein nach hinten, bis es sich auf einer Linie mit dem Oberkörper und dem linken Arm befindet. Anschließend werden die Seiten gewechselt. Neben der Konzentration auf die Übung wird auch das Balancegefühl gestärkt.
  • Eine weitere Form der Überkreuz-Übung ist das Gehen am Platz. Man achtet darauf, die Arme dabei deutlich mitschwingen. Gebt acht, ob die Arme und Beine dabei gleichseitig oder Überkreuz in Bewegung sind . Im Zustand des Switching besteht nämlich die Tendenz, die Übung gleichseitig auszuführen, d.h. mit dem rechten Bein schwingt auch der rechte Arm nach vorn. Die Überkreuz-Bewegung funktioniert umgekehrt: „wenn das rechte Bein nach vorn geht, schwingt der linke Arm nach vorne mit.“

 

 

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