Yoga & Reiten

„Yoga ist das Zur – Ruhe – Bringen der Bewegungen im Geist“

Patanjali ( Lebenszeitraum ca. zwischen dem 2. Jahrhundert v. Chr. und dem 4. Jahrhundert n. Chr.)

„Tato dvandvanabhigatahj“ – „Ein Mensch, der Asanas richtig übt, kann auch durch extreme äußere Einflüsse nicht aus dem Gleichgewicht gebracht werden.“ 
Yoga-Sutra 2.48

Yoga ~ was ist das eigentlich?

Das Wort Yoga kommt aus dem indischen Sanskrit und bedeutet soviel wie „Einheit und Harmonie“. Seit mehr als 5000 Jahren gibt es Darstellungen von Menschen in Yogahaltungen. In den heiligen Schriften des Hinduismus finden sich Hinweise auf Yoga. Dabei ging es wohl hauptsächlich um Meditation und einem philosophischen Weg. Die praktischen Ausführungen des Yoga bewirken eine Harmonisierung von unserer Einheit des Körpers, des Geistes und der Seele. Sie führt zu einer Bewusstwerdung der ursprünglichen Einheit und Verbundenheit mit dem gesamten Kosmos.   Im praktischen Teil finden wir Körperübungen, Atemübungen, Entspannung und Meditation. Im weiteren Sinne gehört dann auch bewusste Ernährung und positives Denken dazu.

Der Gründer des Raja Yoga Patanjali vermittelt in seinem Yoga Sutra mit diesem Ashtanga Modell ein wunderbares Konzept zum Verständnis des spirituellen Weges. Dieses Konzept, der sogenannte „achtgliedrige Pfad nach Patanjali“ kann man unterschiedlich betrachten: Entweder als einzelne Stufen, oder als parallel laufende Glieder. Dies bedeutet, dass man stufenweise die einzelnen Punkte durchgehen kann bis man die letzte Ebene umgesetzt hat oder 7 Glieder nebeneinander üben bis das 8. verwirklicht ist.

  1. Yamas (das Verhältnis zur Umwelt)
    Der Umgang mit unseren Mitmenschen und Tieren hat einen hohen Stellenwert.
  2. Niyamas (das Verhältnis zu sich Selbst)
    Die Weise wie wir mit uns selbst umgehen ist ausschlaggebend für unsere Entwicklung (auch im Umgang mit dem Partner Pferd).
  3. Asana (die Körperhaltung)
    Vorraussetzung für das tiefe nach innen gehen ist die stabile und bequeme Haltung (was für den Sitz auf unserem Pferd ein sehr großer Vorteil darstellt).
  4. Pranayama (die Energiekontrolle)
    Über den Atem hat man Zugang zur Lebensenergie und kann beides beruhigen (was in stressigen Situationen mit dem Pferd sinnvoll ist).
  5. Pratyahara (das Zurückziehen der Sinne)
    Die Aufmerksamkeit geht ganz nach innen und die Sinneswahrnehmungen gehen mit.
  6. Dharana (die Konzentration)
    Schrittweise lernt man den Geist (Fokus) auf einen Punkt auszurichten (gerade auch effektiv für die „Arbeit“ mit dem Pferd).
  7. Dhyana (die Meditation/Verbindung)
    Die Versenkung in den Fluss ~ Fluss der Aufmerksamkeit im Hier und Jetzt (hilfreich nach einem vielleicht stressigen Tag).
  8. Samadhi (die Verschmelzung)
    Die Überwindung des Alltagsbewusstseins hinein in eine neue Dimension des Seins.

Warum jeder Reiter oder Reiterin Yoga üben sollte: 

Yoga könnte man als die Bodenarbeit für den Reiter*in betrachten. Denn der Mensch möchte meist auch gymnastizierte und mental ausgeglichene Pferde haben. Da wir stets von einer PARTNERSCHAFT sprechen, so steht auch dem Pferd  gymnastizierte und mental ausgeglichene Reiter*in zu. Das Bewusstsein für den eigenen Körper kann für den Partner Pferd eine Hilfe darstellen.

Welche Perspektiven bringt uns das „Yoga“?

  • Flexibilität und Beweglichkeit
  • eigenes Körperbewusstsein und Koordination
  • Ausdauer und Fitness
  • verbesserte Körperhaltung und Balance
  • eine erhöhte Körperwahrnehmung
  • Stressreduktion
  • Selbstbewusstsein
  • verbessertes Sitzgefühl und Lockerheit in der Hüfte
  • ein schneller ausbalancierter Sitz, was UNS Sicherheit gibt
  • durch bewusstes Atmen in stressigen Situationen die Ruhe bewahren

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